Einladung zum Runden Tisch in Gießen

der Termin für unseren nächsten Runde Tisch steht nun fest:
Samstag, 23.11.2013 um 13 Uhr 

Unser Gastgeber ist diesmal die Jazzinitiative Gießen. Als Veranstaltungsort steht uns der Konzertsaal im Kulturrathaus Gießen (am Berliner Platz) zur Verfügung.Auch dieses Mal wird es ein Impulsreferat geben.Benjamin Schaefer, Jazzpianist aus Köln, hat für die Union Deutscher Jazzmusiker einen GEMA-Leitfaden verfasst. Die GEMA ist ja seit den jüngsten Änderungen der Gebührensätze ein Thema, dass Veranstalter und Musiker nachhaltig betrifft. In seinem Leitfaden untersucht Benjamin Schaefer, wie Jazzmusiker und -Komponisten von der GEMA profitieren können.Außerdem möchten wir das Zusammentreffen zum Kennenlernen, Austauschen und Netzwerken nutzen – deswegen hoffen wir auf rege Teilnahme aus ganz Hessen!

Bitte gebt uns ein kurzes Feedback, ob ihr kommen möchtet. Dazu haben wir ein kleines Formular vorbereitet. Die Teilnahme ist natürlich wie gehabt kostenlos, und eine Anmeldung nicht zwingend; sie hilft uns aber bei der Planung.

Ein Gedanke zu „Einladung zum Runden Tisch in Gießen

  1. admin

    Protokoll
    Runder Tisch des Netzwerks Jazz in Hessen am 23. November 2013, Kulturrathaus Gießen.

    Begrüßung
    Jörn Pons von der Jazzinitiative Gießen und Jonas Lohse begrüßen die Anwesenden.

    Impulsreferat / GEMA
    Der Kölner Pianist Benjamin Schäfer hat für die Union Deutscher Jazzmusiker (UDJ) einen Leitfaden zur GEMA erstellt, den er im Rahmen des Netzwerktreffens vorstellt.
    Schäfer berichtet, dass jüngste Erhebungen den Jahresverdienst von Jazzmusikern und Jazzmusikerinnen bei durchschnittlich 12.400 Euro befänden, bei Berufsanfängern sogar unter 10.000 Euro. Das Internet und die scheinbar kostenlose Verfügbarkeit von Musik hätten die Situation noch verschlechtert. Wenn der Wert von Musik auf Null sinke, sinke auch die Wertschätzung für die Musik. Dabei wirkten sich nicht nur Phänomene wie die „Musikflatrate“ auf den Verdienstalltag von Musikern aus, sondern auch etwa die Tatsache, dass immer mehr Veranstalter die Eintrittspreise senkten und dabei das wirtschaftliche Risiko an die Musiker weitergäben.
    Schäfer berichtet über einen Aufruf, den die UDJ 2012 an Jazzmusiker und -musikerinnen mit dem Ziel richtete, eine stärkere Wertschätzung des Jazz zu erreichen. Die Reaktion des Feuilletons sei heftig gewesen, habe aber gezeigt, dass die Diskussion notwendig sei. Er berichtet ebenfalls vom Diskurs um den GEMA-Streit mit YouTube, der ein wenig schief gelaufen sei, weil sich der Zorn der User letzten Endes gegen die GEMA gerichtet habe und nicht gegen YouTube.
    Schäfer erklärt kurz die Funktion der GEMA für Musiker, betont, dass diese nicht gewinnorientiert arbeite und ihre Einnahmen komplett an ihre Mitglieder verteile. Solidarität unter Jazzmusikern, also das Mitwirken und die Unterstützung der GEMA sei ein solches Zeichen. Selbst unter Musikern aber mangele es oft an Fachwissen über die GEMA. Schäfer verweist auf verschiedene Abrechnungsverfahren und auf die Kategorie (im U-Musik-Bereich) „Zeitgenössischer Jazz von künstlerischer Bedeutung und mit Konzertcharakter“, die es Jazzmusikern erlauben würde, ihre Kompositionen eine Spur höher bewerten zu lassen.
    Das optimistisches Fazit seines Referats lautet: Es tut sich viel in der deutschen Jazzszene, es ist aber auch wichtig, dass alle Beteiligten mitziehen.

    Diskussion zum Impulsreferat
    Bei der Diskussion kristallisiert sich schnell heraus, dass sehr viel mehr Veranstalter (insbesondere Initiativen etc.) präsent sind als Musiker. Die Diskussion dreht sich um die „neuen“ Gebührenschlüssel der GEMA, aber auch um die Frage, ob beispielsweise die von Schäfer genannte Kategorie „Zeitgenössischer Jazz von künstlerischer Bedeutung“ Auswirkungen auf die Höhe der GEMA-Forderungen an die Veranstalter habe (unklar). In der Diskussion wird klar, dass für die meisten der anwesenden Veranstalter die „neue“ GEMA-Regelung Vorteile, sprich: geringere Gebühren bringt. In Sonderfällen greife auch die Härtefallregelung, so dass Veranstalter sich inzwischen nicht mehr vor GEMA-bedingter Insolvenz fürchten müssen.
    Die Anwesenden äußern den Wunsch, den GEMA-Leitfaden Schäfers, der bislang nur im geschützten Bereich der UDJ (also nur für deren Mitglieder) erhältlich ist, breiter bekannt zu machen, auch, weil Veranstalter durch dessen Lektüre ein Bewusstsein für die Notwendigkeit ihrer GEMA-Zahlungen besser entwickeln könnten.
    Im Rahmen der Diskussion weist Benjamin Schäfer auf eine Initiative der UDJ hin, die Veranstalter zu einer Willenserklärung bewegen will, Musikern eine Mindestgage bei Clubgigs (250 Euro je Musiker) zu zahlen. Über dieses Thema wird eingehend, aber wenig kontrovers diskutiert; den meisten Anwesenden scheint eine Mindestgage insbesondere dann selbstverständlich zu sein, wenn der Veranstalter mit öffentlichen Mitteln hantiere.

    Diskussion Jazz in Hessen

    Eine Diskussion über Projektzuschüsse des Landes Hessen bemängelt, diese würden erst relativ spät zur Verfügung stehen, wobei es auch den Hinweis gab, man möge sich in solchen Fällen doch einfach direkt an die Sachbearbeiter im HMWK wenden, die zugesagte Förderungen auch vor Inkrafttreten des jeweiligen Landeshaushalts möglich zu machen versuchten.
    Eine häufigere Frequenz der Netzwerktreffen wird gewünscht. Im Februar 2014 beispielsweise in zeitlicher Nähe zum Hessischen Jazzpodium in Wiesbaden (21. bis 23. Februar 2014, http://www.justmusic-festival.de). Überhaupt sollte das Netzwerktreffen zu einem festen Bestandteil des jährlichen Hessischen Jazzpodiums werden.

    Thomas Spahn (Landesmusikrat Hessen) erläutert den Wunsch von Seiten des Landesmusikrats, dass die hessische Jazzszene sich in einer festeren als der losen Netzwerkstruktur organisiere. Er bittet die Teilnehmer des Netzwerkes, sich darüber Gedanken zu machen.

    Stephan Dudek (Jazzfabrik Rüsselsheim) macht den Vorschlag eines Hessen-weiten
    Online-Veranstaltungskalenders.

    (Vielen Dank an Wolfram Knauer für diese Zusammenfassung!)

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